Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz
Nordhausen

Liturgie - Der Zweite Blick

 


Gerhard Mester, „Wer Ohren hat, der höre…!“, edition chrismon

Heute fehlen die Menschenfischerinnen und die Menschenfischer. Heute überlegen die Menschen gut, wem sie folgen und wem nicht. Da gibt es zwar die Bewegung „Fridays for future“, die vor allem junge Menschen in den Bann zieht. Da gibt es auch die Frauen und Männer bei Greenpeace, „Amnesty international“ und die „Ärzte ohne Grenzen“ – leidenschaftlich Engagierte, die der Schöpfung und Menschen, die ins Abseits geraten sind, helfen. Es lohnt sich zu überlegen, was in diesen Organisationen anders läuft als in der Kirche. Denn dort gibt es fast keine mehr, die sich in der Kirche Jesu Christi mit Haut und Haar einsetzen wollen. Wo sind in der Kirche die, die rufen: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!“? Wohl gemerkt: Himmelreich. Nicht Kirche, nicht untadeliger Glaube, nicht Bejahung von moralischen und kirchenrechtlichen Vorschriften. Sondern: Himmelreich!


Bibelwort: Matthäus 4,12-23 (Evangelium vom 3. Sonntag im Jahreskreis)

AUSGELEGT!

Denn das Himmelreich ist nahe.
Es sind wahrhaft dunkle Zeiten. Rechte Populisten und autoritäre Führer auf dem Vormarsch, Rücksicht, langfristige Vernunft und Solidarität bleiben auf der Strecke. Viele verzweifeln und beschwören düstere Zeiten auf uns zukommen. Wie kann man sie einladen? Ihnen trotzdem Hoffnung machen? Wie können wir uns selbst motivieren? Vielleicht mit den Geschichten, die uns der Advent von Jesus erzählt. Es gibt da eine Verheißung: „Das Volk, das im Dunkel saß, hat ein helles Licht gesehen, denen, die im Schattenreich des Todes wohnte, ist ein Licht erschienen.“
Und er lässt sich davon packen, hält daran fest, nicht in der Vergangenheit, nicht in ferner Zukunft, nein jetzt gilt es: Das Himmelreich ist nahe. Kehrt um von euren Untergangsfantasien, von den Vorstellungen eurer Verzweiflung. Doch bleibt er nicht allein. Er sucht sich Mitstreiter. Keine Tausend Follower, sondern Menschen, die sich begeistern und von ihm anstecken lassen. Und gemeinsam ziehen sie los und bringen einen Geschmack von dem verheißenen Licht, vom nahen Reich Gottes. Sich anstecken lassen von Gottes Verheißung, sehen, dass das Himmelreich nahe ist und nicht allein bleiben. So könnte es gehen.

Klaus Metzger-Beck


Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Gerhard Mester, „Wer Ohren hat, der höre…!“, edition chrismon
Bild im Header:
siehe Seite "Liturgie"

E-Mail
Anruf
Karte
Infos