Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Der Zweite Blick

 


Nicht durch seine Wunder, sondern durch seine Wunden sind wir geheilt.
                                                                                             Arno Backhaus

In all seinen Ostererzählungen spricht Lukas vom Verstehen der Schriften. Er stellt uns Jesus vor als Erklärer der Bibel. Jesus merkt, dass die Jünger sich schwertun. „Was seid ihr so bestürzt? Warum habt ihr immer noch solche Zweifel in eurem Herzen?“ Jesus wirft ihnen nicht vor, dass sie die Schrift nicht kennen. Seine Kritik ist, dass sie nicht glauben, was die Schrift sagt.

Bibelwort: Lukas 24,35-48 (zum Evangelium vom 3. Sonntag nach Ostern)

AUSGELEGT!

Was stärkt die Jünger? Das scheint mir in diesem Evangelium das zentrale Thema zu sein.

Bereichernd für alle sind zunächst die beiden Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus Jesus begegnet sind. Aufgeregt erzählen sie den anderen von ihrer Glaubenserfahrung, in der Hoffnung, dass etwas von ihrer Freude auf die anderen überschwappt. In diese Gemeinschaft kommt Jesus selbst – nicht als Geist, sondern leibhaftig. Um sie zu beruhigen und die Zweifel zu zerstreuen, tut er etwas höchst Alltägliches: Er isst einen gebratenen Fisch, ein vertrautes Gericht aus ihrer Heimat.

Und dann ist Jesus wieder einmal Lehrer, aber was für einer: Er öffnet ihnen den Sinn für die Schrift, heißt es im Evangelium. Nicht sture Paukerei ist gefragt, sondern selbst entdecken, vertrauen, dass die Wahrheit zu finden ist, wenn man gemeinsam sucht. Im Alltag und in der Gemeinschaft der Glaubenden, die sich um die Bibel und das Brot versammelt, ist Christus da, dafür sollen die Jünger Zeugen sein. Und wir auch.

Christina Brunner


Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Foto: Peter Kahne
Bild im Header: © Herrad von Landsberg / cc0 – gemeinfrei / Quelle: commons.wikimedia.org



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