Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Der Zweite Blick

 


Grafik: Wim Johannesma


Maria wagte den großen Sprung, den man wagen muss, um das Bisherige loszulassen und neu anfangen zu können.
Mit dem großen Sprung ist sie in Gottes Armen gelandet, in dem, was wir Himmel nennen.
Sie hat freundliche Aufnahme gefunden.


Bibelwort: Lukas 1,39-56 (zum Evangelium am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel)

AUSGELEGT!

Als Maria ihre weltberühmten Worte spricht, ist sie gerade zu Besuch bei Elisabet, der Ehefrau des Zacharias. Die beiden Frauen sind verwandt und auch gleichzeitig schwanger. Überraschend schwanger. Die eine wegen ihres eigentlich zu hohen Alters, die andere wegen ihrer Jungfräulichkeit. Zwei Frauen in guter Hoffnung, wo eigentlich keine Hoffnung sein dürfte. Ginge es denn mit rechten Dingen zu. Aber was sind schon der Menschen rechte Dinge, wenn Gott eingreift. Sie geraten durcheinander und werden von Gott neu geordnet. Das empfindet Maria, als sie bei Elisabet zu Besuch ist. Und spricht es dann aus: Gott stürzt und erhöht. Gott erbarmt sich derer, die es nicht erwarten. Gott vollbringt, was uns unmöglich scheint.
Elisabet und Maria sind Zeugen der Macht Gottes. Gott gibt uns zwei Beispiele seiner Herrlichkeit, jeweils auf den Weg gebracht vom Engel Gabriel. Auch wenn es uns aus der Fassung bringt und unseren Verstand übersteigt – es kommt wie angekündigt. Und wir lernen: Gott übersteigt unser Verstehen. Vor ihm hilft es nicht zu verhandeln, sondern sich zu beugen und zu bekennen: Du, Gott, bist groß. Meine Seele preist die Größe des Herrn. Manchmal muss man sich beugen, um Gott verstehen zu lernen. Und dann kann es sein, dass Gott selbst uns erhöht. Wie Elisabet und Maria.

Michael Becker

Bild: Beate Heinen

 

In den Kräutern und Blumen, die dem Himmel entgegen-wachsen und die wir Maria zu Ehren sammeln und segnen lassen, duftet es nach Sommer und – nach Ostern. Von Maria geht ein attraktives Auferstehungsparfüm aus! Denn Marias Rettung ist die Antwort auf die uns bedrängenden Fragen: Wer holt uns einmal ans Licht? Wer gibt unserem Leben Zukunft? Und einige Kräuter und Blumen sollten wir zu den Gräbern unserer Lieben bringen. Gott hat sie längst in seinen Ostergarten geführt.

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Grafik: Wim Johannesma
Bild: Beate Heinen
Bild im Header: © Herrad von Landsberg / cc0 – gemeinfrei / Quelle: commons.wikimedia.org



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