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Grafik: Julia Gandras


Was haben wir vom Leben, vom Glauben, vom Lieben? Die Frage dürfte uns vertraut sein. Sie ist nicht schlimm, sondern sehr menschlich. Das Leben wird oft zur Rechnung gemacht. Und viele meinen, dass die Rechnung ihres Lebens nicht aufgeht. Sie haben investiert, wie sie sagen, und wenig dafür bekommen. Und dann folgern sie: Es hat sich nicht gelohnt, zu glauben und zu lieben. Diesem Ergebnis wollen Johannes und Jakobus vorbeugen und schon mal das Ende der Rechnung vorwegnehmen: Herr, gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. Sie wollen vorher wissen, ob es sich lohnt, sich um Liebe zu bemühen. Und was sagt Jesus dazu? Er wischt ihre Wünsche beiseite. Er sagt: Ich verteile hier keine Plätze im Himmel; lebt als Diener der anderen, und alles andere überlasst dann Gott, dem Herrn. Der sorgt für euch im Himmel wie auf Erden.

Ausgelegt!

Bibelwort: Markus 10,35-45 (Evangelium vom 29. Sonntag im Jahreskreis)


Das Leben ist ein Risiko. Auch wenn ich mich noch so sehr für eine gute Sache einsetze, auch wenn ich mich noch so sehr einem Menschen verpflichte – es bleibt ein Risiko. Keine Lebensversicherung dieser Welt, kein Garantieschein ermöglichen mir, ganz genau zu wissen, wo alles hinführt. Selbstverständlich braucht vieles im Leben eine gute Planung und die Klugheit, Auswirkungen abzuschätzen, um gezielt Schritte setzen zu können und in die Zukunft nicht nur irgendwie hineinzustolpern.

Aber das, was uns Menschen am nähesten, vielleicht sogar am heiligsten ist, ist nicht kalkulierbar: Liebe und Freundschaft, Herzblut und Leidenschaft, Zugehörigkeit und Sicherheit, Sinn und Glück unseres Lebens. Alles das, was mit den alten Worten „Dienen“ und „Hingabe“ zu tun hat. Jesus widersetzt sich dem Genau-wissen-wollen, und er löst damit bei seinen Jüngern einiges aus: Die einen werden sehr still und sind vermutlich enttäuscht, die anderen sind verärgert über den Übereifer ihrer Freunde. Jesus plädiert für „Dienen“ – für die Bereitschaft, sich nicht ängstlich über sich selbst Sorgen zu machen; für das Wissen, dass das Leben ein Risiko ist; für die Freiheit, keine Angst vor Ausgenützt- und Übersehen-werden zu haben. Was sonst könnte der Hinweis auf das Sklave-sein bedeuten? Jesus lädt zum Dienen und zur Hingabe ein. Und ich möchte bereit sein, auch das als Einladung zum Leben zu erkennen.

Christine Rod MC

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG;




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