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des Nordhäuser Doms

 Die große Grenze


 

Wir dürfen das Evangelium nicht lesen, wie der Notar ein Testament prüft, sondern wie es der Erbe liest. 

Isaak Newton


Foto: Peter Kane


„Theophilus“: „Freund Gottes“ – so spricht Lukas den Adressaten seines Evangeliums an. Wir alle als getaufte Christen sind Theophilus und Theophila, Freunde und Freundinnen Gottes. An uns alle adressiert Lukas sein Evangelium. Wir lesen es, wir hören es am Sonntag in der Kirche. Dort wiederholt sich, was in der Synagoge von Nazaret geschieht. Das Wort des Propheten Jesaja hat sich mit dem Kommen Jesu erfüllt; erfüllt sich weiterhin im Wachsen des Reiches Gottes. Evangelium – Frohe Botschaft – ist immer aktuell. Weil das Christentum keine Buchreligion ist. Das Wort ist Fleisch geworden, nicht Buch. Im Leib Christi wohnt das Wort Gottes unter uns.

 

Ausgelegt!

Bibelwort: Lukas 1,1-4; 4,14-21 (zum Evangelium vom 3. Sonntag im Jahreskreis)


Das heutige Evangelium ist eines meiner Lieblingsevangelien. Lukas greift auf den Propheten Jesaja zurück und bringt Grundthemen des Lebens mit dem Grundauftrag Jesu in Verbindung: „Ich bin gekommen, damit …“ Ich lese dieses „Damit“ nicht als Verzweckung, sondern als Sinngebung und Orientierung. Lukas greift aus der Aufzählung Jesajas die Armen, die Gefangenen, die Blinden, die Zerschlagenen und die Verschuldeten heraus, gleichsam als besondere Zielgruppen und Sympathisanten Jesu. Und in dem „Damit“ wird jedes Mal ein sichtbarer und greifbarer Unterschied benannt, z.B. Freiheit und Augenlicht.

Mich erinnern diese Worte an eines der großen Ordensdokumente, das für uns Ordensleute Orientierung und Inspiration ist. Da heißt es u.a., dass die Welt, die uns anvertraut ist, durch uns menschlicher und gerechter sein kann, ein Vorgeschmack auf Gott. „Menschlicher und gerechter“, das sind Unterschiedsangaben. Wir müssen die Welt nicht absolut menschlich, gerecht, frei und schön machen. Das macht schon „ein anderer“, nämlich Gott selber. Aber wir sind eingeladen, uns mit Gott und in seinem Namen für ein besseres Leben einzusetzen und einen Unterschied zu machen.

Das ist der Auftrag für uns Ordensleute, aber ich glaube, das sind auch der Auftrag und die Bestimmung eines jeden, der an Gott glaubt: Und wann soll das sein? „Heute“ sagt uns das Evangelium.


Christine Rod MC

Quelle: Bermoser + Höller Verlag AG


Bild 1 links: © Peter Weidemann

Bild 2 links:© RobertCheaib / cc0 – gemeinfrei / Quelle: pixabay.com

In: Pfarrbriefservice.de



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