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Kirchengeschichte Nordhausens  (Teil 1) 

Zeittafel 

Recherche: Joachim Grabinski, Nordhausen  

 

531
Mit dem Untergang des Königreichs fällt Thüringen größtenteils an das merowingische Frankenreich, das mit der Taufe Chlodwigs I. (um 500) christlich geworden war.
Anf. 8. Jh.
Bonifatius (+ 754) und Wigbert (+ um 738) beginnen ihre christliche Missionstätigkeit in Hessen und Thüringen. In Ohrdruf gründen sie 724 das erste Kloster Thüringens.
742
Bonfatius gründet das Bistum Erfurt. Es wird durch Lullus um 755 aufgehoben und dem Bistum Mainz eingegliedert.
um 780
Es entsteht die fränkische Siedlung Nordhausen (später "Altnordhausen" genannt) unterhalb des Frauenberges. Ungefähr gleichzeitig entstehen die fränkischen Siedlungen Südhausen (= Sundhausen) an der Helme und Salza am östlichen Ufer der Salza gegenüber der vorhandenen älteren thüringischen Siedlung, die am westlichen Ufer liegt. Mit der fränkischen Besiedelung geht die Christianisierung der Region einher.
um 910
Der spätere König Heinrich I. erbaut in der Nähe des fränkischen Reichsdorfes Nordhausen eine Burg. Sie dient hauptsächlich dem Schutz des Reiches vor Angriffen durch die Ungarn. Die befestigte Anlage erstreckt sich von der heutigen Finkenburg über Loge und Dom bis zur Schule.
927
Früheste urkundliche Erwähnung Nordhausens
2. 7. 936
Heinrich I. stirbt in Memleben und wird in Quedlinburg bestattet. Vor seinem Tod übereignet er die Burg Nordhausen seiner Gemahlin, der hl. Mathilde, als Witwensitz.
961
Mathilde gründet in Nordhausen ein Frauenstift. Dieses steht unter königlichem Schutz und ist eine klosterähnliche Gemeinschaft von Stiftsdamen unter der Leitung einer Äbtissin und eines Propstes. Patrone des Stifts sind die Gottesmutter Maria, Johannes der Täufer und der hl. Eustachius.
962
Otto I. verleiht dem Stift das Markt-, Zoll- und Münzrecht.
14. 3. 968
Mathilde stirbt in Quedlinburg.
10. Jh.
Frühe Kirchbauten sind vermutlich die Kirche von Sundhausen (Vorgängerin von St. Laurentii), die Kirche von Altnordhausen (Vorgängerin der Frauenbergkirche), die Kirche von Salza (Vorgängerin von St. Laurentii), die Burgkirche (Vorgängerin des Domes) und die Marktkirche (Vorgängerin von St. Nicolai). Die kirchliche Oberaufsicht liegt beim Erzbischof von Mainz. Von diesen frühen Kirchen ist heute nichts erhalten.
Ende 10. Jh.
Entweder durch Kaiser Otto III. oder durch die Markgräfin Hidda erhält das Frauenstift eine Partikel vom Kreuz Christi.
1105
In Nordhausen findet eine Synode statt, bei der die bedeutendsten deutschen Kirchenfürsten anwesend sind.
1127
Stiftung des Zisterzienserklosters Walkenried, 1129 Einzug des Gründungskonvents aus Kamp am Niederrhein. Das Kloster unterhält ab 1292 einen Klosterhof in Nordhausen ("Walkenrieder Hof") an der Ecke Ritter-/Waisenstraße.
um 1130
Beginn des Baues des romanischen Domes. Möglicherweise hängt der Baubeginn mit der Fertigstellung der Klosterkirche Paulinzella 1124 zusammen. Die Krypta und die unteren Teile der Türme mit ihren Apsiden sind bis heute erhalten.
1141
Gründung des Zisterzienserklosters Sittichenbach (Sichem) im Mansfelder Land durch Mönche aus Walkenried. Das Kloster unterhält später am Hagen in Nordhausen einen Klosterhof.
um 1150
Beginn des Baues der romanischen Frauenbergkirche. Sie trägt unterschiedliche Namen: "Beatae Mariae Virginis extra muros" (St. Marien außerhalb der Stadtmauern), "BMV novi operis" (Neuwerk), "BMV in monte" (St. Marien auf dem Berg, Frauenbergkirche).
1158
Kaiser Friedrich I. Barbarossa überlässt dem Stift die Burg Nordhausen mit Wirtschaftshof und Ländereien im Tausch gegen Einkünfte aus Bielen und Windehausen. In der Urkunde wird das Heilige Kreuz als Titel der Kirche genannt.
um 1180
Fertigstellung der romanischen Frauenbergkirche.
1180
Heinrich der Löwe erobert Nordhausen und brennt Stadt, Burg und Stift nieder. Auch die Kirchen werden stark beschädigt. Das Frauenstift kann sich von diesem Schlag nicht wieder erholen.
1189
Gründung des Prämonstratenserklosters Ilfeld durch Elger II. von Hohnstein. Das Kloster unterhält später einen Klosterhof in Nordhausen ("Ilfelder Hof") am Pferdemarkt.
Ende 12. Jh.
Walkenrieder Mönche erbauen die Kirche St. Katharinen in Steigerthal.
um 1200
Fertigstellung des romanischen Domes.
um 1203
Gründung des Zisterzienserinnenklosters an der Frauenbergkirche. Der Gründungskonvent kommt aus Wöltingerode bei Goslar.
um 1220
König Heinrich VII. lässt die Kirche St. Blasii erbauen.
1220
Kaiser Friedrich II. verfügt die Aufhebung des Frauenstiftes und seine Umwandlung in ein kaiserliches Domherrenstift. Es umfasst bei seiner Gründung einen Propst, zehn Domherren und drei Vikare. Die Domherren wählen aus ihrer Mitte einen Dechanten.
Nordhausen wird freie Reichsstadt. Markt-, Zoll- und Münzrecht gehen an die Stadt Nordhausen über. Das freie kaiserliche Stift und die freie Reichsstadt existieren als zwei voneinander unabhängige Gemeinwesen.
Früheste urkundliche Erwähnung der Kirche St. Petri (auf dem Löseberg = Petersberg) und der Marktkirche St. Nicolai (hinter dem Rathaus).
1230
Entstehung des Barfüßerklosters der Franziskaner und Bau der Klosterkirche am heutigen Spendekirchhof.
1234
Stadtbrand in Nordhausen. Dom und Barfüßerkirche werden beschädigt.
1234 - 1267
Abbruch des beschädigten romanischen Domes und Neubau des bis heute erhaltenen Chorraumes.
1250
St. Nicolai in Krimderode wird durch einen Anbau erweitert.
1278
Einweihung der wieder aufgebauten Klosterkirche der Franziskaner, die nach 1329 "Spendekirche" genannt wird. Der Kirchhof wird später faktisch Friedhof der Stadt.
1284
Fertigstellung der Kapelle St. Cyriaci des 1281 errichteten Siechhofes (heute Kreismusikschule).
1287
Gründung des Dominikanerklosters in der Predigerstraße.
1289
Bau der Kapelle St. Georgii beim gleichnamigen Hospital am Kornmarkt.
1290
In einer Verordnung Kaiser Rudolfs I. werden die nordhäuser Juden erwähnt. Zu dieser Zeit befindet sich die Synagoge in der Hütergasse am Südhang des Petersberges. Unweit davon liegt auf dem Rähmen der jüdische Friedhof.
um 1290
Ein unbekannter Meister schafft die sechs Stifterfiguren des Domes.
Beginn des Neubaues der Kirche St. Petri auf dem Petersberg.
1294
Das 1238 gegründete Zisterzienserinnenkloster St. Nicolai in Bischoferode (zwischen Woffleben und Appenrode) siedelt ins Altendorf über, das damals noch nicht zur Stadt Nordhausen gehört. Einer unsicheren Überlieferung zufolge soll sich am Ort der Ansiedlung schon eine Kapelle befunden haben, die der hl. Anna geweiht war.
1295
Die Kapelle des von Dompropst Elger gegründeten Servitenklosters Himmelgarten wird eingeweiht. Das Kloster ist auf den Überresten der Wüstung Rossungen erbaut worden. Vom Töpfertor aus führt eine "via dolorosa" (Kreuzweg) zum Kloster. Der Servitenorden war erst 1233 gegründet worden.
Ende 13. Jh.
Bau der Kirche St. Jacobi (auch Neustädter Kirche genannt) neben dem heutigen Altenheim.
um 1300
Bau der Kirche St. Martini unterhalb des Frauenberges. St. Martini wird später Pfarrkirche (bis 1750).
Entstehung des Klosters der Augustiner-Eremiten in der Neustadt in der früheren Rumbachstraße gegenüber dem Vogel.
1305
Ein nordhäuser Bürger stiftet die Margaretenkapelle beim Dom.
1307
Gründung der Niederlassung des Deutschritterordens (vermutlich auf dem Burggelände).
1310
Der Turm von St. Jacobi wird erbaut.
um 1322
Die Synagoge wird in die Jüdenstraße verlegt.
1323
Ludwig der Baier befreit Nordhausen von der geistlichen Gerichtsbarkeit in weltlichen Angelegenheiten.
1324
Beginn der Judenverfolgungen in Nordhausen. Nordhäuser Bürger zerstören die Synagoge.
um 1340
Neubau des Langhauses des Domes.
1349
Die Pest wütet in Nordhausen. Die nordhäuser Juden werden als vermeintlich Schuldige öffentlich verbrannt. Noch im selben Jahr und in den Folgejahren lassen sich wieder Juden in Nordhausen nieder.
1353
Das Nonnenkloster baut die Altendorfer Kirche "BMV in valle" (St. Marien im Tal) als dreischiffige gotische Hallenkirche.
1360
Das Rathaus (am Orte des heutigen) wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Dieser umfasst auch eine Kapelle, der ein Vikar zugeordnet ist.
1362
Beginn des Baues des Petriturmes. Er wird um 1400 vollendet.
1365
Die Unterstadt (Neustadt) wird in die Stadt Nordhausen eingemeindet.
um 1380
Ein unbekannter Meister schnitzt das eichene Chorgestühl des Domes.
1389
Gründung des Hospitals St. Martini am Sundhäuser Tor unterhalb der Frauenbergkirche.
1421
Der Rat der Stadt stiftet für die Kapelle des Rathauses einen zweiten Altar nebst Vikarie. Die beiden Vikare unterstanden mit Billigung des Domkapitels der Marktkirche St. Nicolai. Die gottesdienstliche Nutzung der Kapelle scheint zu Anfang des 16. Jh. aufgehört zu haben.
1422
Bau der Kirche St. Elisabeth am Fuße des Dombergs in Richtung Wiedigsburg. Sie wird 1436 Hospitalkirche.
1428
Die Nutzung des Hospitals St. Georgii wird beendet, die Aufgaben werden von St. Martini übernommen. Das Hospitalgebäude wird als städtisches Zeughaus für die Artillerie verwendet, in der Kapelle (Vikarie) werden aber weiterhin Gottesdienste gefeiert. 1544 wird letztmalig ein Vikar erwähnt.
um 1444
Spätgotischer Umbau des Domes zur Vergößerung des Langhauses und Umbau des sich anschließenden Kreuzganges.
1459
Ein unbekannter Meister schnitzt den Flügelaltar der Frauenbergkirche.
1480
Die Frauenbergkirche wird umgebaut. Es entstehen zwei geschlossene Räume (heute Lesserraum und Sakristei).
um 1480
Ein unbekannter Meister schnitzt die Pieta der Altendorfer Kirche.
1487 - 1489
Die romanische Kirche St. Blasii wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt.
1496
Claus Misner gießt die Glocke "Benigna" (cis1) des Domes. Ihre Zier wird Tilman Riemenschneider (um 1460 - 1531) zugeschrieben.
Ende 15. Jh.
Neubau des Langhauses von St. Jacobi.
um 1500
Auflösung der Niederlassung des Deutschritterordens.
1506
St. Katharinen in Steigerthal wird Pfarrkirche.
1516
Visitation des Augustinerklosters durch Martin Luther.
1522
Die Reformation erreicht Nordhausen. Der Prior des Augustinerklosters, Lorenz Süße, hält in St. Petri die erste protestantische Predigt in der Stadt. Auch Thomas Müntzer hält sich in diesem Jahr längere Zeit in Nordhausen auf.
26. 9. 1524
Der Rat der Stadt beschließt die Durchführung der Reformation. Johannes Spangenberg wird Pfarrer von St. Blasii (bis 1546). Das Patronat über sämtliche Kirchen, das bisher das Domstift ausgeübt hat, geht auf den Rat der Stadt über. Der Dom bleibt bis heute einzige katholische Kirche der Stadt.
1525
Martin Luther hält sich in Nordhausen auf und predigt gegen die Anhänger Thomas Müntzers.
Es kommt in Thüringen zum Bauernkrieg. Mönche und Nonnen fliehen aus den Klöstern. Das Frauenbergkloster wird geplündert, das Altendorfer Kloster wird geplündert und aufgegeben. Das Dominikanerkloster wird aufgelöst, ebenso das Barfüßerkloster. Das Servitenkloster Himmelgarten und das Kloster Nikolausrode bei Urbach werden zerstört. Die Margaretenkapelle beim Dom wird beschädigt. Auch das Kloster Walkenried wird geplündert und stark beschädigt. Die Bibliothek des Klosters Himmelgarten ist erhalten geblieben und befindet sich heute in Wittenberg.
1529
Lucas Cranach d. Ä. schafft das Gemälde "Ecce homo" als Epitaph für Michael Meyenburgs erste Ehefrau Ursula. Es geht in den Wirren des 2. Weltkrieges verloren.
1530
Der Rat der Stadt erlässt ein Gewerbe- und Zuzugsverbot für Juden.
1532
Der Rat der Stadt verkauft das zuvor eingezogene "Klostersilber" der drei Möchsklöster und des Frauenbergklosters für 3684 rheinische Gulden.
1540
Stadtbrand in Nordhausen.
1546
Die wenigen in den Klöstern Ilfeld und Walkenried verbliebenen Mönche treten zum lutherischen Protestantismus über.
1550
Der Reformator Johannes Spangenberg stirbt 66-jährig in Eisleben.
1555
Der Reformator und Bürgermeister Michael Meyenburg stirbt 64-jährig und wird in St. Blasii beigesetzt.
1558
Aufhebung des Zisterzienserinnenklosters an der Frauenbergkirche.
Lucas Cranach d. J. schafft das Gemälde "Die Auferstehung des Lazarus" als Epitaph für Michael Meyenburg. Das Original geht in den Wirren des 2. Weltkrieges verloren; eine Kopie befindet sich in St. Blasii.
1567
Die Juden werden aus der Stadt vertrieben. Sie lassen sich größtenteils in Ellrich, Immenrode, Werna und Sülzhayn nieder. Erst Anfang des 19. Jh. entsteht wieder eine jüdische Gemeinde in Nordhausen.
1577
Die Altendorfer Kirche ist infolge mangelhafter Gründung verfallen und wird bis 1590 notdürftig saniert.
1580
Die oberen Teile der Türme von St. Nicolai in Krimderode werden erneuert.
Ende 16. Jh.
Verfall des Augustinerklosters. Endgültige Zerstörung 1612 durch Blitzschlag.
1612
Stadtbrand in Nordhausen. St. Nicolai brennt vollständig aus und wird bis 1614 wieder aufgebaut. Die Kapelle und das Hospital St. Georgii werden zerstört, aber bald danach wieder zu profaner Nutzung aufgebaut, weil die Stadt das ehemalige Hospital als Zeughaus braucht.
1618 - 1648
Dreißigjähriger Krieg. Sowohl kaiserliche Truppen, als auch die Truppen des Schwedenkönigs Gustav Adolf plündern Stadt und Kirchen aus.
1634
Ein Turm von St. Blasii wird vom Blitz getroffen, sein Dach brennt nieder. Der neue Turmhelm wird niedriger wieder aufgebaut.
1648
Der protestantische Konvent Walkenried wird aufgelöst und das Kloster säkularisiert.
1667
Das Torhaus am Spendekirchhof wird gebaut. Es dient bis 1882 als Wohnung des Totengräbers.
1675
Das Kreuzreliquiar des Domes wird nach Duderstadt verkauft.
1686
Stadtbrand in Nordhausen.
17. Jh.
Die Kirche St. Katharinen in Steigerthal wird umgebaut und erhält ihre heutige Gestalt.
1695 - 1697
Die Altendorfer Kirche wird grundlegend umgebaut (verkleinert) und erhält ihre heutige Gestalt.
1708
Die Kirche von Herrmannsacker wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt, der 1716 fertiggestellt wird.
1710
Stadtbrand in Nordhausen.
1712
Stadtbrand in Nordhausen. St. Georgii brennt nieder und wird nicht wieder aufgebaut. St. Nicolai brennt aus und wird ohne die Türme wieder aufgebaut.
1714
Auf dem Kirchhof von St. Nicolai wird ein Glockenstuhl errichtet.
1740
Der Dom verfügt über ein siebenstimmiges Geläut.
1744 - 1749
Die baufällige Kirche St. Jacobi wird abgetragen und auf Betreiben von Friedrich Christian Lesser durch einen Neubau ersetzt. Dabei werden große Mengen an Steinen aus der Klosterruine Walkenried verarbeitet. Der alte Turm von St. Jacobi bleibt erhalten.
1745
Das Stift St. Martini verkauft der Gemeinde Steinbrücken eine Orgel.
1757
Während des siebenjährigen Krieges halten sich die Franzosen für zwei Monate in der Stadt auf. Die Spendekirche dient ihnen als Magazin, das Hospital und die Kirche St. Martini als Lazarett.
1762
Am Dom wird der größte Teil des Kreuzganges mit Margareten- und Laurentiuskapelle abgetragen.
1765
Sanierung und Umbau von St. Nicolai in Krimderode. Es werden Emporen eingebaut.
1784 - 1800
Die Kirche St. Laurentii in Sundhausen wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt.
1802
Die Preußen besetzen Nordhausen, womit die Reichsfreiheit Nordhausens beendet ist. Das Domstift wird königlich-preußisches Stift.
1805
Abbruch der verfallenen Spendekirche. Ihr Kirchhof wird weiterhin als Friedhof genutzt.
1807
Nordhausen fällt an das französische Königreich Westphalen.
1808
Das Schulwesen wird reformiert. Die bisher rein kirchlich betriebenen Schulen werden nach und nach durch städtische Schulen ersetzt.
Abbruch des Turms der Hospitalkirche St. Martini.
Es entsteht wieder eine jüdische Gemeinde. Ihr Bethaus befindet sich ab 1821 in der Ritterstraße.
1810
Das Domstift wird aufgehoben und wird Domäne des Königreichs Westphalen. Die Domherren verlassen das Stift. Die französische Regierung verkauft die Domgüter. Das Langhaus des Domes wird als Pferdestall, Magazin und Exerzierraum genutzt.
1812
Durch Dekret des französischen Königs wird der Dom Pfarrkirche.
1814
Die westphälische Verfassung wird aufgehoben. Nordhausen gehört ab 1816 zum preußischen Regierungsbezirk Erfurt der Provinz Sachsen.
1822
Der Friedhof der jüdischen Gemeinde wird auf dem Ammerberg angelegt. Er wird 1854 und 1865 vergrößert und ist bis heute erhalten.
1823
Abbruch der verfallenen Kapelle St. Cyriaci.
1827
Der Friedhof von St. Jacobi wird jenseits der Zorge an der Uferstraße angelegt.
1828
Abbruch der Hospitalkirche St. Elisabeth. Die kleine Gemeinde kommt zur Altendorfer Kirche.
1829
Der Kirchhof von St. Nicolai wird geschlossen. Der Glockenstuhl wird demontiert, die Toten werden künftig auf dem Spendekirchhof bestattet.
1833
Abbruch der verfallenen Hospitalkirche St. Martini.
1837 - 1838
St. Laurentii in Salza wird samt Turm abgetragen und durch einen größeren Neubau ohne Turm ersetzt.
1845
Wiederaufbau der Kapelle St. Cyriaci. Die zugehörige kleine Pfarrei wird 1912 aufgehoben.
Einweihung der Synagoge unweit des Pferdemarkts.
1847
Eduard Baltzer gründet die "Freie Gemeinde Nordhausen", die bis 1853 besteht.
1851
Einweihung des Friedhofs der Frauenberg-Gemeinde auf dem Taschenberg (Hohekreuzstraße gegenüber der Feuerwache, heute Sportplatz). Er wird 1890 geschlossen.
1854
Der Dom erhält eine neue Orgel der Fa. Schulz aus Paulinzella.
1856
Einweihung des Friedhofs am Geiersberg (heute Nr. 7 und 8, fast bis zur Riemannstraße). Er wird von St. Blasii und St. Nicolai genutzt. Die letzten Bestattungen sind Bombenopfer des Jahres 1945.
1867
Auf dem jüdischen Friedhof am Ammerberg wird eine Trauerhalle errichtet. Sie wird um 1980 abgerissen.
1873
In der Leimbacher Straße entsteht der erste kommunale Zentralfriedhof der Stadt. Er wird von 1876 bis 1947 genutzt.
1874
Das Barfüßertor mit der Ägidienkapelle wird abgetragen.
1875
Es entsteht eine Niederlassung der grauen Schwestern von der hl. Elisabeth in der Domstraße.
1888
Die Synagoge wird um einen Vorbau erweitert.
1899
Gründung der neuapostolischen Kirchengemeinde.
1902
Gründung der Adventgemeinde im Klosterhof (unterhalb der Frauenbergkirche).
1905
Umfangreiche Sanierung von St. Jacobi.
1909
Die Baptisten kaufen ein Grundstück in der Grimmelallee. Die vorhandenen Gebäude dienen als Gottesdienst- und Gemeinderäume.
1910
Die Altendorfer Kirche bekommt eine neue Orgel.
1910 - 1911
Umfangreiche Sanierung der Frauenbergkirche. Es wird eine neue Orgel der Fa. Walcker aus Ludwigsburg eingebaut.
1920
Die neuapostolische Gemeinde erwirbt eine Gaststätte in der Riemannstraße und baut sie zu einem Kirchengebäude aus.
1921
Der Friedhof am Stresemannring wird in Betrieb genommen. Die Gebäude werden bis 1928 errichtet.
1927
Anlässlich der Tausendjahrfeier Nordhausens werden für die Kirchen der Stadt insgesamt zehn neue Bronzeglocken in Apolda gegossen.
Der Dom erhält wieder eine Kreuzpartikel. Das Reliquiar ist ähnlich dem früheren gearbeitet. Die Fa. Kießling aus Bleicherode baut eine neue Orgel für den Dom (20 Register der alten Orgel und 10 neue).
Der an der Uferstraße gelegene Friedhof von St. Jacobi wird geschlossen und in einen kleinen Park umgewandelt.
1938
Während der Novemberpogrome ("Reichskristallnacht") wird die Synagoge niedergebrannt.
3./4. 4. 1945
Bombardierung der Stadt durch die britische Luftwaffe. 8800 Menschen (jeder Fünfte der Bevölkerung) finden den Tod, 74% der Innenstadt werden zerstört. St. Nicolai wird vollständig zerstört. Von St. Petri und St. Jacobi bleiben nur die beschädigten Türme stehen, von der Frauenbergkirche nur das beschädigte Querschiff. Das Querschiff von St. Blasii wird stark beschädigt. Die neuapostolische Kirche wird stark beschädigt. Das Dach des Domes brennt ab, in der Folge wird die Orgel irreparabel beschädigt.
1949
Der Glockenturm von St. Laurentii in Salza wird erbaut.
1950
Einweihung der neu erbauten Justus-Jonas-Kirche in Salza.
Einweihung der neuapostolischen Kirche nach Wiederaufbau zur Beseitigung der Kriegsschäden.
Salza und Krimderode werden in die Stadt Nordhausen eingemeindet.
1959
Der verbliebene Turm von St. Jacobi wird gesprengt.
1962
Franz Schilling gießt in Apolda zwei Glocken (e1 - gis1) für den Dom.
1964
Wiedererrichtung des gotischen Steildaches des Domes.
1966
St. Nicolai in Krimderode erhält zwei neue Glocken.
1968
Einweihung der neu erbauten Kapelle der Adventgemeinde in der Hesseröder Straße.
1970
Der Dom erhält ein Orgelpositiv (6 Register) der Fa. Schuke aus Potsdam.
1973 - 1978
Umfangreiche Sanierung des Domes. Dabei werden neben weitgehender Restitution des Raumes in seinen spätgotischen Zustand auch die Erfordernisse der Liturgiereform von 1975 berücksichtigt. Die Empore und die Überreste der Kießling-Orgel werden entfernt. Bis 1981 werden auch die beiden Türme saniert.
1978
Beginn umfangreicher Sanierungsmaßnahmen im Kloster Walkenried.
1983
Die Frauenbergkirche wird nach Abschluss der Baumaßnahmen zur Beseitigung der Kriegsschäden durch Bischof Dr. Krusche wieder geweiht. Es wird ein Orgelpositiv (8 Register) der Fa. Sauer (Frankfurt/Oder) angeschafft.
1986 - 1987
Der Petriturm wird saniert und erhält wieder einen Helm.
1989
Gründung der freikirchlichen Bethlehem-Gemeinde.
Der Konvent der grauen Schwestern in der Domstraße wird aufgelöst.
1990
In St. Blasii wird von der Fa. Schuster aus Zittau eine neue Orgel (37 Register) gebaut.
1994
Das bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen wird zum Bistum Erfurt erhoben.
1995
Den 50. Jahrestag der Zerstörung der Stadt begehen die Kirchengemeinden mit einen gemeinsamen Kreuzweg. Er endet an der Frauenbergkirche, wo das mitgetragene Kreuz als Mahnmal aufgestellt wird.
Die Bethlehem-Gemeinde erwirbt ein Gewerbegrundstück in der Grimmelallee und baut es zu einem christlichen Begegnungszentrum aus.
1996
Im Dom wird die Orgel (56 Register) der Fa. Klais aus Bonn geweiht. Sie war ursprünglich 1964 für die Stadthalle in Kassel gebaut worden.
1997
Die Frauenbergkirche erhält ein dreistimmiges Geläut aus historischen Glocken (fis1 - h1 - fis2).
2001 - 2004
Umfangreiche Sanierung von St. Blasii.
2005 - 2008
Umfangreiche Sanierung des Domes.

 

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