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Filialgemeinde Bleicherode  

Geschichtliches   

Katholische Kirche Bleicherode; © Heinrich Waldhelm

Im Jahre 1865 begann der erste katho- lische Geistliche nach der Reformation seinen Dienst in Bleicherode. Ein kleiner Betsaal in der Weberstraße 32 ist die erste Notkirche.

Im Laufe der nächsten Jahre wird Blei- cherode eigene Pfarrei und die Anzahl der Katholiken wächst ständig. Es macht sich erforderlich, eine richtige Kirche zu bauen.

Die Grundsteinlegung für den Kirchneu- bau erfolgte am 21. Mai 1907. Der tat- sächliche Baubeginn war dann erst am 01. März 1908. Die Finanzierung er- folgte zu einem großen Teil von der St.-Matthias-Bruderschaft Titz. Am 18. Oktober 1908 wurde die Kirche nebst Pfarrwohnung und Schule ihrer Be- stimmung übergeben. Die feierliche Konsekration (Altarweihe) war am 04.07.1913.

 

Bauhistorie

Es handelt sich um ein "typisches Diasporakirchlein des beginnenden 20. Jahrhunderts; einschiffiger gotischer Hallenbau in heimischen Ziegelsteinen ausgeführt (Portal, Maß- werk usw. Niedermendiger Gestein) in der lichten Länge von 21 m bei einer lichten Breite von 8 m, wie die Chronik aussagt. Durch einen Anbau, der im Jahre 1977 fertig wurde, entstand die heutige Form.

Die Fassade ist mit einem schönen Portal-Risalit aus Sandstein geschmückt. Darin stehen Figuren der Gottesmutter, des Kirchenpatrons - Apostel Matthias - und der hl. Barbara, der Patronin der Bergleute (sicher deswegen, weil Bleicherode eine vom Berg- bau geprägte Stadt war).
Das Innere der Kirche veränderte man mehrere Male. 

 

Vortrag der Tageslesung zur Altarweihe 1983; © Ulrich Heide

Im Jahre 1983 wurde der neue Altar vom Bischof Dr. Joachim Wanke unter großer Beteili- gung der Gläubigen und des Klerus geweiht. Der Altarstein stammt vom Nordhäuser Dom und wurde von einem hiesigen Steinmetz nachgearbeitet.
Auffallend sind der Ambo - das Lesepult - von dem in der heiligen Messe die Lesungen, das Evangelium und die Predigt vorgetragen werden; auch der Tabernakel, der in jeder katholischen Kirche, in der Eucharistie gefeiert wird, vorhanden ist, fällt bei uns sofort ins Auge.
Der Fuß des Tabernakels, der Kerzenträger für die Osterkerze, der Ambo, die Kerzenständer und das Postament der Mutter Gottes sind aus dem gleichen Material hergestellt und bilden eine künstlerische Einheit. Die Herstellung erfolgte in einer Kunstschmiede in Weimar durch Herrn Fleischmann. 

Die Osterkerze, die jedes Jahr in der Feier der Osternacht geweiht und am Osterfeuer entzündet wird, ist geschmückt mit dem ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets (Alpha und Omega). Sie trägt die jeweilige Jahreszahl und enthält fünf rote Wachsnägel in Kreuzesform, die an die Wundmale Jesu erinnern.
Der dreiarmige Leuchter auf dem Altartisch ist eine Spende der St.-Matthias-Bruderschaft Titz. In unserer Kirche nimmt das "ewige Licht" einen besonderen Platz ein. Es befindet sich über dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird und brennt Tag und Nacht. Es hat bei uns die Form einer Ähre und soll durch das dauernde Leuchten auf die bleibende Gegenwart Christi im eucharistischen Brot hinweisen.
Auf der rechten Seite ist eine Statue der Gottesmutter. Maria, die Mutter Jesu, wird in der katholischen Kirche von allen Heiligen am meisten verehrt. Im Jahre1957 wurde sie von einem Künstler aus Wilbich (Eichsfeld), Hans Merker, aus Holz geschnitzt und aufgestellt.
Unsere Kirche ist wie die meisten katholischen Kirchen nach Osten ausgerichtet. In der Mitte des Chores befindet sich ein künstlerisch besonders wertvoll gestaltetes Fenster über das Leben und Wirken des hl. Matthias, der auch der Schutzpatron unserer Kirche ist. Das linke Fenster beinhaltet eine Darstellung der sieben Sakramente. Das rechte Fenster stellt die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit dar. Es handelt sich um Symbolfenster auf der Grundlage des Glasmosaiks. Der Chor erhielt diese Gestaltung im Jahre 1951.

Bei der letzten Renovierung im Jahre 1983 wurden die Kommunionbank und die Kanzel entfernt, so dass jetzt ein fast nahtloser Übergang vom Chor zum Hauptkirchenraum erfolgt. Durch die Form der Stufenanlage soll die Hineinnahme der Gemeinschaft der Gläubigen in das eucharistische Geschehen am Altar und dessen Hineinreichen in die Gemeinschaft der Gläubigen symbolisch ausgedrückt werden.

 

Auf der Empore stand einst eine Orgel mit Orgelpfeifen. Sie war stets sehr anfällig und musste durch eine neue ersetzt werden. Um die Kosten gering zu halten, entschloss man sich für eine elektronische Orgel. Aufgrund des starken Holzwurmbefalls wurde dann das Orgelprospekt nebst Orgelpfeifen Anfang 2005 an einen Liebhaber verkauft. Er hat die Absicht, die Orgel auf eigene Kosten zu restaurieren und an anderer Stelle wieder aufzubauen.

 

Der hintere Teil der Kirche wird durch den Taufstein, der gleichzeitig als Weihwasser-becken dient, geschmückt. Es ist einbesonderes Merkmal jeder katholischen Kirche, an dem sich die kath. Christen mit dem geweihten Wasser bekreuzigen und damit an ihre Taufe erinnern.


In einem Seitenraum (Anbau) ist der Beichtstuhl untergebracht. Der Beichtstuhl ist ein Ort der Umkehr, der Neuorientierung und des von Gott geschenkten Neuanfangs, der von hier ausgehend im Leben des Gläubigen geschehen soll.

 

Auf beiden Seiten des Kirchenraumes befindet sich der Kreuzweg. Es handelt sich um die bildliche Darstellung der 14 Stationen der Leidensgeschichte Jesu, wie sie sich im ausgehenden Mittelalter in der Volksfrömmigkeit entwickelten. Diese Bilder wurden eben- falls bei der letzten Renovierung nach entdeckten Farbresten neu gestaltet.

Im Vorraum, dem Windfang, befinden sich zwei Gedenktafeln, die an die Gefallenen der kath. Gemeinde im 1. und 2. Weltkrieg erinnern.

 

Vom ursprünglichen Flügelaltar sind noch zwei Bilder erhalten, die sich im hinteren Bereich links und rechts befinden. Sie stellen die Grablegung Christi und die Anbetung des Jesuskindes durch die heiligen drei Könige dar.

 

2005 ist unsere Kirche erneut renoviert worden. Sie erhielt einen neuen, freundlichen In- nenanstrich sowie neue Bänke. In diesem Zusammenhang führte man auch eine grundle- gende Sanierung der Empore durch.

 

Text: Ulrich Heide (www.ulrichheide.de)     

 

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